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<title>Große Trommel</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Große Trommel</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr">
<p>Die <b>Große Trommel</b>, auch <b>Bass Drum</b>, <i>Bassdrum</i> (englisch; [<style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r227981795">
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</style><span class="navigation-not-searchable"><span class="IPA"><a href="Liste_der_IPA-Zeichen" title="Liste der IPA-Zeichen"><span title="Aussprache im Internationalen Phonetischen Alphabet (IPA)" lang="zxx">ˈbeɪsˌdɹʌm</span></a></span></span>]) oder <b>Gran Cassa</b> (italienisch), ist ein großes, hauptsächlich auf tiefen <a href="Frequenz" title="Frequenz">Tonfrequenzen</a> klingendes <a href="Schlaginstrument" title="Schlaginstrument">Schlaginstrument</a>, das in vielen Bauvarianten vorkommt. In einem fahrbaren Ständer befestigt, findet man es im klassischen <a href="Orchester#Besetzung" title="Orchester">Orchester</a>, als Bestandteil des stationären <a href="Schlagzeug" title="Schlagzeug">Schlagzeugs</a> auf dem Boden stehend. Als portables Instrument wird es mit einem Gurt getragen beim Marschieren verwendet. Die Große Trommel wird manchmal fälschlich als <a href="Pauke" title="Pauke">Pauke</a> bezeichnet.
</p><p>Durch den massiven Korpus und das große <a href="Schlagzeugfell" title="Schlagzeugfell">Fell</a> ist das Instrument in der Lage, sehr tiefe Klänge zu produzieren. Der Felldurchmesser der Trommel beträgt<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> 38 bis 80 Zentimeter, die Zargenhöhe 25 bis 55 Zentimeter.
</p><p>Der deutsche Begriff wird eher in der klassischen Musik, der Volks- und Marschmusik verwendet, der englische eher in Rockmusik und Jazz sowie der elektronischen Musik. Beim Schlagzeug wird hier häufig auch von der <i>Kickdrum</i> oder Bassdrum gesprochen.
</p><p>Die ab dem 14. Jahrhundert auf dem Balkan in Abbildungen erkennbare <a href="R%C3%B6hrentrommel#Zylindertrommeln" title="Röhrentrommel">Zylindertrommel</a> war in Europa selten, bis sie im 18. Jahrhundert durch die türkische <a href="Janitscharenmusik" title="Janitscharenmusik">Janitscharenmusik</a> populär wurde.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einsatz_in_verschiedenen_Musikbereichen">Einsatz in verschiedenen Musikbereichen</h2></div>
<p>In der <a href="Orchester" title="Orchester">Orchestermusik</a> steht die große Trommel (hier mit dem Fachbegriff „Gran Cassa“) in einem fahrbaren Ständer montiert und wird in der Regel mit großen <a href="Schl%C3%A4gel_(Musik)" title="Schlägel (Musik)">Schlägeln</a>, deren Kopf mit Fell oder <a href="Filz" title="Filz">Filz</a>, ansonsten auch Leder, umwickelt ist, gespielt. Sie misst ca. 70 cm / 28 <a href="L%C3%A4ngenma%C3%9F" title="Längenmaß">Zoll</a> bis ca. 150 cm / 60 Zoll im Durchmesser, 40 bis 60 cm in der Tiefe und ist mit einem Naturfell (oft <a href="Kalb" title="Kalb">Kalbshaut</a>, oder Ziegenfell) oder auch einem Kunststofffell bespannt. Das längere Nachschwingen wird, wenn kompositorisch verlangt, durch Abdämpfen per Hand oder dem Auflegen einer Filzscheibe verhindert. Je nach musikalischem Einsatz sind auch <a href="Becken_(Musikinstrument)" title="Becken (Musikinstrument)">Paarbecken</a> (<a href="Tschinellen" class="mw-redirect" title="Tschinellen">Tschinellen</a>) mittels Riemen oder festen Halterungen an der Oberseite der Trommel befestigt. Man spricht dabei von "aufgeschnallten" Becken.
</p><p>In der <a href="Jazz" title="Jazz">Jazz</a>- und <a href="Swing_(Musikrichtung)" title="Swing (Musikrichtung)">Swing</a>-Musik werden ebenfalls stationäre Basstrommeln verwendet. Bei <a href="Big_Band" title="Big Band">Big Bands</a> kamen oft besonders große Felldurchmesser zur Anwendung.
</p><p>In <a href="Blasmusik" title="Blasmusik">Blasmusik</a>-<a href="Musikkapelle" title="Musikkapelle">Kapellen</a> und <a href="Marching_Band" title="Marching Band">Marching Bands</a>, dort häufig fälschlich als <a href="Pauke" title="Pauke">Pauke</a> bezeichnet, wird die große Trommel mit Schultergurten vor der Brust getragen. Zur Gewichtsersparnis werden große Trommeln für Marschkapellen eigens aus dünnerem Holz hergestellt als Orchestertrommeln. In Pipe Bands wird die Trommel meist mit einem Tragegestell etwas höher, in Kopfhöhe bzw. darüber getragen. Die Stimmung der Felle erfolgt meist auf A, was der Tonfrequenz der Bassdrone der <a href="Great_Highland_Bagpipe" title="Great Highland Bagpipe">Great Highland Bagpipe</a> entspricht.
</p><p>In der <a href="Marsch" title="Marsch">Marsch</a>- und <a href="Milit%C3%A4rmusik" title="Militärmusik">Militärmusik</a> werden Kommandos des <a href="Tambourmajor" title="Tambourmajor">Tambourmajors</a> bis heute, wie in ihrer ursprünglichen Bedeutung als Signalgeber, oft durch entsprechende Schläge der Großen Trommel an alle Musiker weitergegeben: So heißen etwa zwei laute Schläge, dass die Kapelle anhalten oder die Musik <a href="Abrei%C3%9Fen_(Musik)" title="Abreißen (Musik)">abreißen</a> soll.
</p>
<p>Bei einem gängigen <a href="Schlagzeug" title="Schlagzeug">Schlagzeug</a> ist die Bassdrum das rhythmische, aber auch visuelle Grundelement des Aufbaus. Sie hat in der Regel einen Durchmesser von 18 bis 24 <a href="L%C3%A4ngenma%C3%9F" title="Längenmaß">Zoll</a> (45,7 cm–61 cm), eine Tiefe von 14 bis 18 Zoll (35,6 cm–45,7 cm) und wird mit einem an einem Pedal befestigten Schlägel (<a href="Fu%C3%9Fmaschine" title="Fußmaschine">Fußmaschine</a>) gespielt. An der Oberseite besitzt sie meistens eine Halterosette zur Befestigung von <a href="Tomtom" title="Tomtom">Tomtoms</a>.
</p><p>In der <a href="Metal" title="Metal">Metal</a>- und <a href="Rockmusik" title="Rockmusik">Rock</a>-Musik werden mitunter zwei Bassdrums eingesetzt, so dass der Schlagzeuger zum Spiel sehr schneller rhythmischer Figuren beide Füße einsetzen kann. Eine preisgünstigere und komfortablere Möglichkeit der Anwendung der <a href="Doublebass" title="Doublebass">Doublebass</a>-Technik besteht darin, eine einzelne Bassdrum mit einer <a href="Doppelfu%C3%9Fmaschine" class="mw-redirect" title="Doppelfußmaschine">Doppelfußmaschine</a> zu spielen. In beiden Fällen muss dabei auf das gleichzeitige <a href="Hi-Hat" title="Hi-Hat">Hi-Hat</a>-Spiel mit dem Fuß verzichtet werden.
</p><p>Seit den 1980er Jahren ist es üblich (besonders in der <a href="Elektronische_Tanzmusik" title="Elektronische Tanzmusik">elektronischen Tanzmusik</a>), die „natürliche“ Bassdrum wie auch andere Percussion-Sounds durch synthetisch-elektronisch erzeugte Klänge zu ersetzen (siehe <a href="Elektronisches_Schlagzeug" title="Elektronisches Schlagzeug">elektronisches Schlagzeug</a>).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Akustische_Eigenschaften">Akustische Eigenschaften</h2></div>
<p>Eine Bassdrum hat einen <a href="Frequenzgang" title="Frequenzgang">Frequenzgang</a> mit tiefer <a href="Grundfrequenz" title="Grundfrequenz">Grundfrequenz</a> (etwa 50 Hz) und mit einem kaum über 5 kHz hinausreichenden <a href="Oberton" title="Oberton">Obertonspektrum</a> bei maximalem Schalldruck. Ihr Klang wird bei vielen Musikstilen als Grundgerüst des <a href="Rhythmus_(Musik)" title="Rhythmus (Musik)">Rhythmus</a> eingesetzt. Besonders tragend ist ihre Rolle in der modernen <a href="Tanzmusik" title="Tanzmusik">Tanzmusik</a> und im <a href="Techno" title="Techno">Techno</a>, wobei ihr Klang dort meistens elektronisch mit <a href="Sampler_(Klangerzeuger)" title="Sampler (Klangerzeuger)">Samplern</a> oder <a href="Drumcomputer" title="Drumcomputer">Drumcomputern</a> erzeugt wird.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Aufbau">Aufbau</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Kessel">Kessel</h3></div>
<p>Die Kessel werden in verschiedener Bauweise gefertigt, dünne Kessel mit Verstärkungsringen (bis in die 1970er Jahre üblich) oder aus 6- bis 10-fach kreuzverleimtem <a href="Holz" title="Holz">Holz</a>. Oft findet <a href="Mahagoni" class="mw-redirect" title="Mahagoni">Mahagoni</a>-, <a href="Ahorn" class="mw-redirect" title="Ahorn">Ahorn</a>- oder <a href="Birken" title="Birken">Birkenholz</a> Verwendung, aber auch andere Holzarten werden zur Herstellung von Bassdrums herangezogen. In den 1960er Jahren waren beispielsweise Buchenkessel sehr verbreitet und bei Oberklassetrommeln wurde manchmal sogar Tropenholz verwendet (Beispiele: <i>Sonor Signature</i>, <i>Tama Starclassic</i>).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Spannschrauben_und_Spannringe">Spannschrauben und Spannringe</h3></div>
<p>Die Spannreifen an höherwertigen Bassdrums sind in der Regel aus Holz und werden mit zehn bis zwölf Stimmschrauben befestigt. In der Kategorie bis zu den Mittelklasse-Schlagzeugen sind lediglich acht Spannschrauben angebracht. Ältere Bassdrums, bis etwa zu den 1970er Jahren, in der Größe 20″ verfügen lediglich über sechs Spannschrauben. Auch fernöstliche Billigstangebote sind häufig nur mit weniger Spannschrauben ausgestattet, was problematisch ist, wenn es sich um größere Trommeln handelt (beispielsweise 22″), weil dann eine ausreichende Stimmung der Fellbereiche nicht erfolgen kann.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Felle">Felle</h3></div>
<p>Die Felle sind heutzutage nahezu ausschließlich aus ein- oder doppellagiger Kunststofffolie. Das (bei den Großen Trommeln in Tanzmusikgruppen selten vorhandene<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>) Resonanzfell hat oftmals ein Loch, was eine <a href="Mikrofonierung" title="Mikrofonierung">Mikrofonierung</a> im Inneren des Kessels erlaubt. Hierbei nimmt man allerdings einen nicht zu vernachlässigenden Verlust an Schalldruck und somit auch Resonanz in Kauf, was dazu führt, dass die Trommel weit weniger prägnant und „knackig“ klingt. Besonders in den 1970er Jahren war es recht verbreitet, ohne Resonanzfelle zu spielen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Dämmung"><span id="D.C3.A4mmung"></span>Dämmung</h3></div>
<p>Mit Kissen oder speziellen Dämpfungsringen kann ein mitunter als störend empfundenes <a href="Nachschwingen" title="Nachschwingen">Nachschwingen</a> bedämpft werden. Mit diesen Dämmungen erreicht man einen dumpferen, bassigeren und trockeneren Klang. Bis zu den 1970er Jahren rüsteten viele Hersteller ihre Trommeln mit großen eingebauten Dämpfern aus (siehe <a href="Premier_Percussion" title="Premier Percussion">Premier</a>) oder mit Filztuchstreifendämpfern, die zwischen Fell und Kessel eingespannt wurden, so beispielsweise <a href="Ludwig-Musser" title="Ludwig-Musser">Ludwig</a> oder <a href="Sonor" title="Sonor">Sonor</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Befestigungselemente">Befestigungselemente</h3></div>
<p>Die Trommel steht auf Füßen, deren Metallspitzen oder Gummifüße heute ein Wegrutschen verhindern, bis in die 1970er Jahre war dieses allerdings ein Problem.
</p><p>Als <i>Bassdrum-Rosette</i> wird die Halterung bezeichnet, die zur Montage von <a href="Becken_(Musikinstrument)" title="Becken (Musikinstrument)">Becken</a> und <a href="Tomtom" title="Tomtom">Toms</a> auf der Bassdrum benötigt wird. Die Bassdrum-Rosette wird meistens mit ein oder zwei Aufnahmelöchern angeboten und ist in der Regel im Lieferumfang der Bassdrum enthalten. In diese Aufnahmelöcher werden die Tom-Haltegelenke bzw. die für Beckenanbringungen versenkt. Mitunter wird jedoch bewusst auf das Anbringen einer Rosette verzichtet, man nennt dies <i>ungebohrte Kessel</i>, damit das Instrument, vom Gewicht der Toms und/oder Becken unbehindert, freier schwingen kann. In diesem Fall werden Toms und Becken ausschließlich an Ständern oder einem <a href="Drumrack" title="Drumrack">Drumrack</a> aufgehängt.
</p><p>Bis zu den 1970er Jahren befanden sich meistens an Bassdrums neben der Tom-Aufnahme, die teilweise auch leicht seitlich angebracht war, zusätzlich noch Aufnahmen für einen separaten Beckenhalter. Als Spannböckchen bezeichnet man die Aufnahmen, in die die Spannschrauben versenkt werden.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Taiko" title="Taiko">Taiko</a>, japanische große Trommeln</li>
<li><a href="Dunun" title="Dunun">Dunun</a>, afrikanische Basstrommeln</li>
<li><a href="Kleine_Trommel" title="Kleine Trommel">Kleine Trommel</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Bass_drums?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Große Trommeln</a></span></b> – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Wieland_Ziegenr%C3%BCcker" title="Wieland Ziegenrücker">Wieland Ziegenrücker</a>: <i>Allgemeine Musiklehre mit Fragen und Aufgaben zur Selbstkontrolle.</i> Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1977; Taschenbuchausgabe: Wilhelm Goldmann Verlag, und Musikverlag B. Schott’s Söhne, Mainz 1979, ISBN 3-442-33003-3, S. 179.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Wieland Ziegenrücker: <i>Allgemeine Musiklehre mit Fragen und Aufgaben zur Selbstkontrolle.</i> 1979, S. 179.</span>
</li>
</ol></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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